Neuer Kurs bildet Geflüchtete und Zugewanderte zu Pflegehilfskräften aus

Mitte September begrüßt die vom IQ Netzwerk Schleswig-Holstein koordinierte Maßnahme „PULS – Pflege und Sprache lernen. Qualifizierung in der Altenpflege“ ihre ersten Teilnehmenden. In sechs Monaten lernen Flüchtlinge und andere Zugewanderte die praktische und theoretische Arbeit einer Pflegehilfskraft kennen. Dazu zählen zwei Praktika und ein begleitender Deutschkurs in Kiel. Nach der Qualifizierung hilft das Projekt bei der Suche nach einer festen Beschäftigung oder einer anschließenden Ausbildung. Es sind noch Plätze frei!

Wer teilnehmen möchte, benötigt lediglich erste Deutschkenntnisse (Niveau A2/B1), eine Arbeitserlaubnis und erste Erfahrungen in der Pflege, zum Beispiel im familiären Bereich. „Aber am wichtigsten ist die eigene Motivation an dem Projekt teilzunehmen“, erklärt Marie Pagenberg, Projektleiterin von PULS.

Eine der zukünftigen Teilnehmerinnen ist Comfort Boateng. Sie hat im Gespräch mit einer IQ Beratungsstelle von der Maßnahme erfahren: „Ich habe sofort ‚Ja!‘ gesagt.“ Seit einer Woche bereitet sie sich mit einem Praktikum in einer Altenpflegeeinrichtung in Rendsburg auf den Kurs vor: „Ich habe Lust mit alten Leuten zu arbeiten. Wenn ich so einen Job finden würde – ­das wäre toll.“ Und die gebürtige Ghanaerin kann nicht nur ihre fachlichen Kenntnisse vertiefen: „Vor dem Mittagessen singen wir zusammen deutsche Lieder. Die kenne ich zwar noch nicht alle. Aber es ist sehr interessant.“ Die Teilnehmenden sind eine bunt gemischte Gruppe – aus unterschiedlichen Ländern, unterschiedlichen Alters, Männer sowie Frauen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. „Besonders wichtig ist deswegen eine intensive Begleitung, die gewährleistet, dass wir diesen verschiedenen Voraussetzungen auch gerecht werden können und das Projekt für die Teilnehmenden so zu einem Erfolgserlebnis werden kann“, so Pagenberg.

Seit Jahren werden Fachkräfte in der Pflege händeringend gesucht. Dies zeigt sich auch in einem eigenen Mindestlohn für diesen Bereich, der ab kommendem Jahr bei 10,20 Euro pro Stunde liegt. PULS hat es sich deswegen zum Ziel gesetzt, Geflüchteten und anderen Zugewanderten eine Perspektive im Altenpflegebereich zu ermöglichen. „Das kann eine echte Win-Win-Situation sein. Die Einrichtungen bekommen neue Mitarbeiter und die Teilnehmenden finden einen beruflichen Einstieg in einem Bereich, der noch viele Aufstiegschancen bietet“, erläutert Marie Pagenberg. Dazu sind mehrere Durchläufe mit maximal 20 Teilnehmenden geplant. Der nächste startet voraussichtlich im März 2017. Träger von PULS ist das IBAF (Institut für berufliche Aus- und Fortbildung), das größte Bildungsinstitut der Diakonie in Norddeutschland mit einem Schwerpunkt im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

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