Pressemitteilung: Neu im IQ Netzwerk - Qualifizierungsprogramm für ausländische Ärztinnen und Ärzte

Ab März 2017 begrüßt die vom IQ Netzwerk Schleswig-Holstein koordinierte Maßnahme „LandärztInnen Nord“ ihre ersten Teilnehmenden. Für das Projekt konnte IQ das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein als Träger gewinnen: Das Institut für Allgemeinmedizin in Lübeck wird Ärztinnen und Ärzten mit ausländischem Berufsabschluss Fachwissen, Mentoring und Motivation vermitteln. Ziel ist es, für die Arbeit im ländlichen Raum zu begeistern.  

In einer zehntägigen Fortbildungsveranstaltung führt „LandärztInnen Nord“ Interessenten an die Arbeit im ländlichen Raum heran. Hier wird den Bedürfnissen der Teilnehmenden individuell entsprochen, sei es durch den persönlichen Kontakt zu einem Mentor, einer Hospitation in einer Praxis oder mit Gesprächen vor Ort. „Gerade Kolleginnen und Kollegen aus Nicht-EU-Staaten, den sogenannten Drittländern, haben oftmals keine konkrete Vorstellung, wie das Arbeiten im „ländlichen Raum“ in Schleswig-Holstein ist, da je nach Herkunft und Vorerfahrung mit diesem sehr unterschiedliche Bilder verknüpft werden“, so Prof. Dr. Steinhäuser, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am UKSH Campus Lübeck, der das Projekt leiten wird. Ohne eigene Erfahrungen mit dem ländlichen Raum sei ist es unwahrscheinlich, dass dieser als Ort für das eigene Praktizieren gewählt werde.

Aber „LandärztInnen Nord“ qualifiziert nicht nur ausländische Fachkräfte. Das Projekt wirkt außerdem einem Mangel entgegen, der in den nächsten Jahren wachsen wird: „Heute schon sind rund ein Drittel aller Hausärzte über 60 Jahre alt. Diese suchen absehbar eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Nach aktuellen Hochrechnungen wird es in den nächsten Jahren mehr abgabewillige als übernahmewillige Ärzte geben“, erklärt Prof. Dr. Steinhäuser. „Hier ist das IQ Projekt eine weitere Strategie, den zukünftigen Ärztemangel zu lindern.“

Zielgruppe sind Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Berufsabschluss, die bereits über sehr gute Deutschkenntnisse und eine Approbation (staatliche Zulassung) oder eine Berufserlaubnis verfügen. Diese erhalten Ärztinnen und Ärzte nach einer positiven Prüfung der ausländischen Abschlüsse durch das Landesamt für Soziale Dienste. Wer langfristig in Deutschland praktizieren möchte, muss häufig zusätzlich eine Kenntnisprüfung ablegen, um die Approbation zu erlangen. Hier setzt „LandärztInnen Nord“ fakultativ ebenfalls an.

Nach dem ersten Kurs im März sind weitere Durchläufe in Planung. Nähere Informationen, auch zu den Projektinhalten, werden wir in Kürze u.a. auf der Homepage des IQ Netzwerks Schleswig-Holstein (www.iq-netzwerk-sh.de) veröffentlichen.

Das bundesweite Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ arbeitet seit zehn Jahren an dem Ziel, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Das Netzwerk in Schleswig-Holstein wird in Trägerschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbands SH e.V. und des Flüchtlingsrates SH e.V. koordiniert. Das Netzwerk setzt sich aus Beratungsprojekten zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und zur Weiterbildung, aus Qualifizierungsmaßnahmen sowie Schulungen zur interkulturellen Öffnung, Antidiskriminierung und zum Anerkennungsgesetz zusammen.

Pressekontakt:
Nora Lassahn
Öffentlichkeitsarbeit
0431 – 20509524
iq-oeffentlichkeitsarbeit@frsh.de

www.iq-netzwerk-sh.de
www.netzwerk-iq.de

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