Vielfaltsarbeit – stark – entspannt

Die Veranstaltung am 27.11.2019 im Hotel „Kieler Kaufmann“ sollte vor allem ein Bildungsangebot für alle sein, die in ihren beruflichen Kontexten das Ziel umzusetzen suchen, Teilhabegerechtigkeit voranzubringen.

 Wer sich für die Rechte von Minderheiten engagiert und die eigene Institution oder im öffentlichen Raum auf diesbezügliche Verbesserungsbedarfe aufmerksam macht, muss mit vielfältigen Widerständen rechnen: Veränderungen hin zu mehr Vielfaltsfähigkeit – strukturelle und mentale – bedürfen eines langen Atems.

Das bestätigten viele Stimmen aus dem Kreis der knapp 50 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die meisten aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltungen, die der Einladung der Veranstaltenden gefolgt waren. Das Projekt diffairenz im IQ-Netzwerk Schleswig-Holstein, das in Trägerschaft des Flüchtlingsrats Schleswig-Holstein e. V. arbeitet, führte die Veranstaltung in Kooperation mit dem Projekt des IQ Netzwerks „Mit Recht gegen Diskriminierung“ durch, das beim Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein e.V. angesiedelt ist.

Die Teilnehmenden diskutierten ausführlich über Widerstände, die ihnen in ihrer Arbeit begegnen und tauschten Ideen darüber aus, wie diesen zu begegnen sei. Dieser Austausch wurde von zwei Fachvorträgen eingerahmt, gedacht nicht nur dazu, die Teilnehmenden mit interessanten Fachinformationen auszustatten, sondern auch mit frischer Motivation und Stärke.

Die Referentin Dr. Rita Panesar informierte darüber, was unter „interkultureller Öffnung“ verstanden wurde und wird, welche Themen sich dabei auftun und mit welchen Widerständen gerechnet werden muss. Sie forderte dazu auf, Widerstände als notwendigen und positiven Effekt von Vielfaltsarbeit zu begreifen: Wer bei dieser Art von Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft nicht auf Widerstände treffe, müsse sich geradezu wundern. Die zweite Referentin des Tages, Kübra Gümüşay, plädierte dafür, sich wieder mehr auf dringend nötige gesellschaftliche Debatten über wichtige Zukunftsthemen zu konzentrieren und weniger auf die Provokationen aus dem rechten politischen Spektrum, die überwiegend keine Aufmerksamkeit verdienten. Wir müssten nach vorn schauen, denn an Herausforderungen mangele es nicht, auch weil eine vielfältigere Gesellschaft immer auch eine konfliktträchtigere Gesellschaft sei. Auch hier war also die Botschaft, Konflikte und Widerstände als notwendige Konsequenz von Vielfaltsarbeit zu begreifen.

Die Rückmeldungen vieler Teilnehmender zeigen: Die Veranstaltung bot Inspiration und Schwung zum Weitermachen. „Ziel erreicht!“ meinen die Veranstaltenden, und freuen sich auf eine neue Gelegenheit, eine Veranstaltung unter das Motto „Anerkennung von Vielfaltsarbeit“ zu stellen.

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