Newsletter Juni 2018

Themen

1. Praxistag: Arbeitsmarktintegration

2. Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten auf "Landgang"

3. Brückenmaßnahme für Bauingenieurinnen und Bauingenieure

4. Deutsch C1 für angehende Kursleitungen in Integrationskursen

5. Check ma Vielfalt! Poetry Slam zum 6. Deutschen Diversity-Tag

6. Neue Maßnahme: Deutsch für pädagogische Berufe

 

Praxistag Arbeitsmarktintegration

Am 26.06.2018 veranstaltete das IQ Netzwerk eine Informationsveranstaltung zum Thema Arbeitsmarktintegration im Kieler Landeshaus. Eingeladen waren Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten. Gut 50 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung. Der Praxistag wurde durch ein Grußwort von Torsten Döhring, dem stellvertretenden Landesbeauftragten für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, eröffnet. Anschließend stellte die Koordinatorin des IQ-Netzwerks Schleswig-Holstein, Farzaneh Vagdy-Voß, das Netzwerk vor. Daraufhin wurden durch verschiedene Informationsstände und Kurzvorträge die Angebote und Projekte vorgestellt, die bei dem Berufseinstieg in Deutschland unterstützen. Die Vernetzung mit relevanten Kontaktpersonen und Hilfsangeboten war dabei ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Alle relevanten IQ Teilprojekte (Anerkennungsberatung, Qualifizierungsberatung, Qualifizierungsmaßnahmen, Faire Integration/Empowerment) waren vertreten. (www.iq-netzwerk-sh.de) Außerdem stellten die beiden Netzwerke „Alle an Bord! Netzwerk zur arbeitsmarktlichen Integration von Geflüchteten in Schleswig-Holstein“ und „Mehr Land in Sicht! Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ ihre Angebote vor. (www.alleanbord-sh.de und www.mehrlandinsicht-sh.de) Wir haben uns sehr über die positive Rückmeldung der Teilnehmenden gefreut. 

Maren Stallmann, IQ Koordination Schleswig-Holstein

Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten auf „Landgang"

17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des IQ-Projektes „LandärztInnen Nord“ des Instituts für Allgemeinmedizin am UKSH Campus Lübeck waren jüngst zu Besuch in den ländlichen Regionen in Dithmarschen, um sich über die Weiterbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten an der schleswig-holsteinischen Westküste zu informieren. Dort konnten die Teilnehmenden des aktuellen LandärztInnen Nord-Kurses, der vom 03.04. bis 13.04.2018 in Bad Segeberg stattfand, sich persönlich von den Vorteilen des Arbeitens im ländlichen Raum überzeugen. Während des eintägigen Ausflugs wurden unterschiedliche medizinische Einrichtungen (Klinik, Gesundheitszentrum und Einzelpraxis) besucht und es bestand die Möglichkeit, sich mit Kommunalpolitikern auszutauschen. Zunächst ging es gemeinsam mit dem Bus von Bad Segeberg nach Heide. Während der Busfahrt bekamen die Teilnehmenden Vorträge zum Thema „Allgemeinmedizin“ und „Impfen“. Dies führte zu einem angeregten interkulturellen Austausch über die in den Herkunftsländern der Teilnehmenden und hierzulande geltenden Standards bei der Verordnung von Antibiotika. Nach einem Besuch im Kreishaus Heide war das nächste Ziel das Westküstenklinikum in Heide. In einem Vortrag wurden die Weiterbildungsmöglichkeiten an den Westküstenkliniken vorgestellt. Nach diesem informativen Termin ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter zu einem gemeindegeleiteten Ärztezentrum nach Büsum. Nach einem dortigen Rundgang und Besuch am Deich mit Picknick stand die Fahrt zum letzten Ort des Tages auf der Liste: In Lunden besuchte die Gruppe eine Landarztpraxis und ließ den Landgang bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten den Tag zur Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und bewerteten ihn sehr positiv. Außerdem gaben sie zu einem hohen Anteil an, sich vorstellen zu können, im ländlichen Raum zu arbeiten. Das Projekt „LandärztInnen Nord“ wird unter Trägerschaft des Instituts für Allgemeinmedizin im Rahmen des Förderprogramms IQ finanziert und durchgeführt. 

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Brückenmaßnahme für Bauingenieurinnen und Bauingenieure erfolgreich gestartet!

In Schleswig-Holstein leben viele qualifizierte und motivierte Geflüchtete, die auf den Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt warten. Für die Berufsgruppe der Bauingenieurinnen und Bauingenieure ist davon auszugehen, dass in Schleswig-Holstein ca. 60 Menschen mit ausreichender Qualifikation leben, die dennoch erwerbslos sind.

In regelmäßig stattfindenden Treffen des Runden Tisches Anerkennung des IQ Netzwerks teilte die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein mit, dass etwa 40 Ingenieurinnen und Ingenieure mit einer Teilanerkennung aufgrund fehlender Kenntnisse der Fachsprache und der rechtlichen Grundlagen zur Landesbauverordnung keinen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Gleichzeitig äußerte das Wirtschaftsministerium gegenüber der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit den Bedarf an Fachkräften im Baubereich. Somit wurde ein akuter Handlungsbedarf erkannt und an das IQ Netzwerk herangetragen. Nach mehreren Gesprächen fand in den Räumen der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein ein erster IQ-Informationstag für Bauingenieurinnen und Bauingenieure statt. Seit Mai 2018 bietet nun das IQ Netzwerk Schleswig-Holstein – mit Umwelt Technik und Soziales e. V. (UTS) als Träger – in Kooperation mit der Architekten- und Ingenieurkammer, der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, der Fachhochschule Lübeck sowie dem Landesbetrieb Stra­ßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV) eine Brückenmaßnahme für Bauingenieurinnen und Bauingenieure in Kiel an. Damit soll den Teilnehmenden die nachhaltige und qualifikationsadäquate Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht und dem Fachkräftemangel, von dem Betriebe und Ingenieurbüros landesweit betroffen sind, entgegengewirkt werden.

Da die fehlenden Kenntnisse der Fachsprache und der rechtlichen Grundlagen zu Bauingenieurberufen große Hindernisse für die Arbeitsmarktintegration von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren darstellen, setzt die Brückenmaßnahme an dieser Stelle inhaltliche Schwerpunkte. Darüber hinaus beinhaltet die Maßnahme auch Schulungen über Kommunikation am Arbeitsplatz und EDV-Anwendungen.
Vom 1. Januar 2015 bis 31. März 2018 haben 282 Zugewanderte an insgesamt 9 Maßnahmen des IQ Netzwerks Schleswig-Holstein teilgenommen.

Benjamin Kindler, Umwelt Technik und Soziales e. V.

Deutsch C1 für angehende Kursleitungen in Integrationskursen

Anfang des Jahres wurde die IQ-Maßnahme „Deutsch C1 für angehende Kursleitungen in Integrationskursen“ der Volkshochschule (VHS) Neumünster modifiziert, um eine Überschneidung mit dem BAMF-Programm zur berufsbezogenen Sprachförderung gem. §45a AufenthG zu vermeiden. Das B2 Modul, das lediglich zur Vorbereitung auf die Maßnahme vorgeschaltet wurde, entfällt, da Kursangebote, die diese Voraussetzungen schaffen, nahezu flächendeckend in Schleswig-Holstein verfügbar sind. Die IQ-Maßnahme setzt fortan für die Teilnehmenden das Niveau B2 anstatt B1 voraus. Weiterhin bleibt eine (in der Regel akademische) Ausbildung in einem anderen Land als Deutschland, die eine Zulassung als Lehrkraft in Integrationskursen durch das BAMF ermöglicht und in der Matrix für die Lehrkräftezulassung abgebildet ist, Voraussetzung. Es findet nun Unterricht zur Vorbereitung auf die Niveaustufe C1 im Umfang von 400 Unterrichtsstunden plus gezieltes Prüfungstraining im Umfang von 80 Unterrichtsstunden statt, jeweils anhand geeigneter Lehrwerke. Ergänzt wird die Maßnahme durch integrierten Unterricht in Deutsch als Zweitsprache-Didaktik (DaZ) im Umfang von 100 Unterrichtsstunden als „anderes DaZ-Zertifikat“. Abgeschlossen wird der Kurs mit einer anerkannten C1 Prüfung. Begleitet wird die Maßnahme weiterhin durch Lerncoaches, die zum einen Techniken zum leichteren Lernen sowie Strategien zur Aufgaben- und Problemlösung vermitteln und zum anderen Kontakt zu Integrationskursträgern für Hospitationen und spätere Tätigkeit herstellen. Damit werden nun zwei Qualifizierungslücken, die viele Interessierte aufweisen, in enger Verbindung geschlossen: Das nötige Sprachniveau C1 und ein vom BAMF anerkanntes DaZ-Zertifikat.

Dr. Björn Otte, Leiter der VHS Neumünster

Check ma Vielfalt! Poetry Slam zum 6. Deutschen Diversity-Tag

Anlässlich des 6. Deutschen Diversity-Tages veranstaltete das Forum Interkulturelle Öffnung (IKÖ) den Poetry Slam „Check ma Vielfalt“ in der Pumpe in Kiel. Mit dabei: Die IQ Teilprojekte diffairenz des Flüchtlingsrats Schleswig-Holstein e. V. (FRSH), „Mit Recht gegen Diskriminierung!“ des Antidiskriminierungsverbands Schleswig-Holstein e. V. (advsh) und die Koordination des IQ Handlungsschwerpunkts „Interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung (FRSH e. V.).

Den 6. Deutschen Diversity-Tag nahm das Forum IKÖ zum Anlass, sich dem Thema Diversity in diesem Jahr auf eine etwas unkonventionelle Art zu widmen. Junge Slammerinnen und Slammer haben ihre eigene Sicht auf das Thema Diversity, die sie an diesem Abend kreativ und mitreißend in poetischer Form vorstellten.
Vielfalt im wahrsten Sinne des Wortes wurde allein schon in den Beiträgen und den darin behandelten Themen sichtbar: So wurde auch zu Alter, pluralen Lebensweisen, Gender, Mann und Frau, Heimat, Anderssein, Schönheitsidealen, Elternsein geslammt.
Einen Podcast des Poetry Slams finden Sie demnächst u. a. auf der Webseite des IQ Netzwerks Schleswig-Holstein.
Das Forum IKÖ ist eine Kooperation aus unterschiedlichen Projekten, die sich für die gesellschaftliche Integration und Wertschätzung von Vielfalt einsetzen und diese bewerben:

  • Das Projekt „Türen öffnen – Vielfalt leben vor Ort“ in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein, finanziert vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds.
  • Das Projekt Interkulturelle Öffnung im Netzwerk „Mehr Land in Sicht! Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig Holstein“, in Trägerschaft des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein, – finanziert im Rahmen der ESF Integrationsrichtlinie Bund - Handlungsschwerpunkt „Integration von Asylbewerber/innen und Flüchtlingen (IvAF)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds
  • Das Netzwerk Integration durch Qualifizierung Schleswig-Holstein mit dem thematischen Schwerpunkt "Interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung", – darunter das Projekt „diffairenz: Schulungen zur interkulturellen Öffnung und Antidiskriminierung“ und die Koordination des Schwerpunkts beim Flüchtlingsrat Schleswig Holstein e. V. sowie das Projekt „Mit Recht gegen Diskriminierung: Blickpunkt Migrationshintergrund und Arbeitsmarkt" beim Antidiskriminierungsverband Schleswig-Holstein e. V.“

Projekt diffairenz:
Schulungen zur Interkulturellen Öffnung und Antidiskriminierung

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